Autor: Redaktion transplant campus  - Datum: 14.04.2022

Lesetipp: Donorspezifische zellfreie DNA bei Nierentransplantationen

Eine aktuelle Studie in Kidney International beschäftigt sich mit der spenderspezifischen zellfreien DNA als Indikator für die Nierengesundheit nach einer Nierentransplantation. Diese könnte als prognostischer Biomarker eine zunehmende Rolle bei der Überwachung von Nierentransplantaten im klinischen Alltag spielen.

Die routinemäßige Überwachung der vom Spender stammenden zellfreien DNA (dd-cfDNA) nach einer Nierentransplantation kann es Klinikern ermöglichen, subklinische Transplantatschäden frühzeitig zu erkennen und einzugreifen, bevor sich eine klinisch sichtbare Transplantatschädigung entwickelt.

Um dies genauer zu beurteilen, untersuchten Bu et al. im Rahmen der ADMIRAL-Studie (Assessing Donor-derived cell-free DNA Monitoring Insights of kidney Allografts with Longitudinal surveillance) die Daten von 1092 Nierentransplantatempfängern, die über einen Zeitraum von drei Jahren auf dd-cfDNA überwacht wurden. Das Ziel war es, den Zusammenhang zwischen dd-cfDNA und histologischen Anzeichen einer Transplantatabstoßung zu bewerten. (1, 2)

Es zeigte sich, dass eine Erhöhung der spenderspezifischen zellfreien DNA mit einem gesteigerten Risiko für Abstoßungen, der zukünftigen Entwicklung von De-novo-spenderspezifischen Antikörpern und einer Abnahme der Nierenfunktion verbunden war:

  • Erhöhte dd-cfDNA-Werte (0,5 % oder mehr) korrelierten signifikant mit klinischer und subklinischer Transplantatabstoßung.
  • dd-cfDNA-Werte von 0,5 % oder mehr waren mit einem fast dreifach erhöhten Risiko für die Entwicklung neuer spenderspezifischer Antikörper verbunden (Hazard Ratio 2,71) und wurden im Median 91 Tage (Interquartilsbereich 30-125 Tage) vor der Identifizierung spenderspezifischer Antikörper festgestellt.
  • Anhaltend erhöhte dd-cfDNA (mehr als ein Ergebnis über dem Schwellenwert von 0,5 %) sagte einen Rückgang der geschätzten glomerulären Filtrationsrate um mehr als 25 % über drei Jahre voraus (Hazard Ratio 1,97).

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Die Autoren schlussfolgern, dass die routinemäßige Überwachung der ddcfDNA eine frühzeitige Erkennung von klinisch wichtigen Transplantatschäden ermöglichte. Die Überwachung der spenderspezifischen zellfreien DNA könne als prognostischer Marker und als Instrument zur Risikostratifizierung nach der Transplantation die Histologie und die traditionellen Laborüberwachungsstrategien ergänzen.

In einem begleitenden Kommentar unterstreichen Edmund Huang und Stanley C. Jordan die Bedeutung der Ergebnisse. Die Daten weisen darauf hin, dass dd-cfDNA ein nützlicher Indikator für die Gesundheit von Nierentransplantaten ist und eine Rolle bei der Überwachung von Nierentransplantationen spielen könnte.

Weitere Informationen

Zum Artikel in Kidney International: Clinical outcomes from the Assessing Donor-derived cell-free DNA Monitoring Insights of kidney Allografts with Longitudinal surveillance (ADMIRAL) study

Zum Kommentar in Kidney International: Donor-derived cell-free DNA in kidney transplantation: evolving concepts and potential limitations

Literatur

  1. Bu L et al. Clinical outcomes from the Assessing Donor-derived cell-free DNA Monitoring Insights of kidney Allografts with Longitudinal surveillance (ADMIRAL) study. Kidney International 2022; 101:793–803.
  2. Huang E, Jordan SC. Donor-derived cell-free DNA in kidney transplantation: evolving concepts and potential limitations. Kidney International 2022; 101: 676-677

Autor: Redaktion transplant campus

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