Autor:  Redaktion transplant campus - Datum: 04.10.2021

Rehabilitation nach Nierentransplantation

Eine stationäre spezialisierte Rehabilitation kann die ambulante Nachsorge nach Nierentransplantation und Nierenlebendspende sinnvoll ergänzen. Ein aktueller Übersichtsartikel von Dr. med. Doris Gerbig, Fachklinik Bad Heilbrunn, in Der Nephrologe gibt detaillierte Einblicke in die Voraussetzungen, Ziele und Maßnahmen der Rehabilitation nach Nierentransplantation.

Gerbig Doris. Rehabilitation nach Nierentransplantation. Nephrologe 2021; 16:160–168.

Herausforderungen in der Nachsorge von Patienten nach Nierentransplantation und Nierenlebendspende

Die Nachsorge von nierentransplantierten Patienten und Lebendnierenspendern hat einen wesentlichen Einfluss auf einen guten Verlauf nach Transplantation. Durch eine strukturierte Nachsorge können Risikofaktoren für Transplantatüberleben und Nierenfunktion und für die physische wie psychische Morbidität identifiziert und adressiert bzw. behandelt werden.

  • Patienten nach Nierentransplantation benötigen Sicherheit im Umgang mit der neuen Situation nach oft langjähriger Dialysepflichtigkeit und Wartezeit. Dies betrifft neben dem medizinischen Umfeld mit dem Fokus Immunsuppression auch renale Risikofaktoren, Begleiterkrankungen, Adhärenz sowie die physische und psychische Verfassung der Patienten.
  • Auch bei Lebendnierenspendern gibt es einen klaren Nachsorgebedarf bei zahlreichen Themen wie dem Nierenschutz, der psychischen Situation nach der Spende und der neuen Beziehung zum Nierenempfänger, der für den Nierenspender einen wesentlichen Kontextfaktor darstellt.

Daneben spielen viele weitere Faktoren eine Rolle, darunter Wissensdefizite im Hinblick auf Verhaltensregeln nach Transplantation und Lebendspende, Bewegungsmangel oder Coping-Strategien oder auch arbeitsmedizinische und sozialrechtliche Belange.

Stationäre spezialisierte Rehabilitation als Ergänzung zur ambulanten Nachsorge

Das ambulante Setting reicht oft nicht aus, um all diese Themen zu vertiefen. Deshalb kann eine stationäre spezialisierte Rehabilitation mit nephrologischem und transplantationsmedizinischem Schwerpunkt die ambulante Nachsorge nach Nierentransplantation und Nierenlebendspende nach der Transplantation und im Langzeitverlauf sinnvoll ergänzen.

Eine spezialisierte Rehamaßnahme besteht dabei aus verschiedenen Therapiemodulen wie der medizinischen Evaluation und Betreuung, psychologischen Leistungen, Physio- und Sporttherapie, Schulung und Sporttherapie.

Eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Nachsorge ist neben der Rehabilitationsfähigkeit des Patienten auch, dass die Rehabilitationsklinik bestimmte konzeptionelle, personelle und strukturelle Qualitätsanforderungen erfüllt. Ebenso muss eine enge Zusammenarbeit zwischen der Rehaklinik und dem Transplantationszentrum sowie dem behandelnden Nephrologen gewährleistet sein.

Aktueller Übersichtsartikel „Rehabilitation nach Nierentransplantation“

Vor diesem Hintergrund fasst Dr. Doris Gerbig, Chefärztin der Chefärztin der Abteilung Innere Medizin – Nephrologie, Transplantationsnachsorge, an der Fachklinik Bad Heilbrunn, in einem ausführlichen Übersichtsartikel in Der Nephrologe die wesentlichen Aspekte in der Nachsorge von nierentransplantierten Patienten und Lebendnierenspendern zusammen (siehe Infokasten). (1)

Sie stellt in Ihrem Beitrag u. a. dar,

  • wie Rehabilitationsmaßnahmen die Nachsorge nach Nierentransplantation und Lebendspende optimieren können
  • worauf sich der Rehabilitationsbedarf begründet
  • welche Ziele die Nachsorge verfolgt werden
  • welche multidisziplinären Therapiemodule sich etabliert haben
  • und welche Voraussetzungen eine Rehaklinik mitbringen sollte.

Der Originalartikel in Der Nephrologe

Der Beitrag von Dr. Gerbig ist 2021 unter folgendem Titel in Der Nephrologe erschienen:

Rehabilitation nach Nierentransplantation

Stationäre multimodale Rehabilitation als Bestandteil der (Langzeit‑)Nachsorge nach Nierentransplantation und nach Nierenlebendspende

Gerbig Doris. Nephrologe 2021; 16:160–168.

 

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Dabei greift Gerbig auch auf die eigenen Erfahrungen aus der Fachklinik Bad Heilbrunn zurück, wo seit rund 20 Jahren spezielle Rehabilitationen nach Nierentransplantation und nach Lebendspende durchgeführt werden und pro Jahr etwa 600 Patienten rehabilitiert werden.

Literatur

  1. Gerbig D. Rehabilitation nach Nierentransplantation. Nephrologe 2021; 16:160–168.

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