Autor: Redaktion transplant campus - Datum: 24.06.2021

S3-Leitlinie zum hepatozellulären Karzinom aktualisiert

Die S3-Leitlinie zum hepatozellulären Karzinom (HCC) wurde aktualisiert und um die biliären Karzinome erweitert. Eine wichtige Neuerung bei der Lebertransplantation betrifft Patienten mit einem HCC außerhalb der Mailand-Kriterien und innerhalb der UCSF-Kriterien.


Das Leitlinienprogramm Onkologie hat unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e. V. (DGVS) die S3-Leitlinie zum HCC aktualisiert und um die Tumorentität der biliären Karzinome erweitert. Somit gibt es nun erstmals S3-Leitlinienempfehlungen zu biliären Karzinomen, zu denen das Gallenblasenkarzinom und Tumoren der Gallenwege zählen. (1, 2)

HCC: Selten und oft mit schlechter Prognose

Leberkrebs zählt in Deutschland zu den seltenen Krebserkrankungen. Im Jahr 2016 haben 2.750 Frauen und 6.220 Männer die Diagnose Leberkrebs erhalten (Quelle: Robert Koch-Institut). Die relativen 5-Jahresüberlebensraten sind niedrig, sie liegen bei Frauen und Männern bei 15 Prozent. Die Lebertransplantation ist eine der kurativen Behandlungsformen bei HCC. Steht eine Lebertransplantation an, werden in Deutschland die sogenannten Mailand-Kriterien zur Priorisierung herangezogen.

Downstaging bei HCC außerhalb der Mailand- und innerhalb der UCSF-Kriterien

Im Bereich der Lebertransplantation gibt es in der aktualisierten S3-Leitlinie im Vergleich zur S3-Leitlinie des Hepatozellulären Karzinoms von 2013 vor allem eine wesentliche Ergänzung: Bei geeigneten Patienten mit einem HCC außerhalb der Mailand-Kriterien und innerhalb der UCSF-Kriterien kann eine Lebertransplantation erfolgen, insbesondere dann, wenn ein Downstaging bis innerhalb der Mailand-Kriterien gelingt.

Außerhalb der UCSF-Kriterien kann bei Tumoren ohne extrahepatische Manifestation und ohne Makroinvasion von Gefäßen nach Ansprechen auf eine neoadjuvante Therapie eine Evaluation zur Lebertransplantation erwogen werden.

UCSF-Kriterien: Die UCSF-Kriterien (UCFS: University of California, San Francisco) fordern eine Tumorgröße ≤ 6,5 cm bei einem solitären Herd oder maximal 3 HCC-Herde mit einem Maximaldurchmesser ≤ 4,5 cm bei einer maximalen Summe der addierten Tumordurchmesser ≤ 8 cm", so Prof. Michael Bitzer, Uniklinikum Tübingen, einer der Koordinatoren der S3-Leitlinie.

Downstaging: Zum Downstaging stehen mehrere Therapieverfahren zur Verfügung. Sowohl eine Lokalablation als auch eine chirurgische Resektion, oder transarterielle Verfahren (TACE, TARE) können zum Downstaging effektiv eingesetzt werden.

Weitere Informationen

An der Leitlinie waren insgesamt  33 Fachgesellschaften und Organisationen beteiligt. Die S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Hepatozellulären Karzinoms und biliärer Karzinome ist a hier abrufbar. Zudem sind die Inhalte in der kostenfreien Leitlinien-App des Leitlinienprogramms Onkologie integriert.

Literatur

    1. Leitlinienprogramm Onkologie. S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Hepatozellulären Karzinoms und biliärer Karzinome, Langversion 2.0 –Juni 2021, AWMF-Registernummer: 032 -053OL
    2. Erstmals S3-Leitlinienempfehlungen für Gallenblasen- und Gallenwegkrebs erschienen. Pressemitteilung der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. vom 23.06.2021

        Autor: Redaktion transplant campus

        Redaktion transplant campus

        Kommentare (0)

        Keine Kommentare gefunden!

        Neuen Kommentar schreiben