Autor: Redaktion transplant campus - Datum: 10.03.2020

DGTHG-Jahrestagung 2020 im Zeichen der Organtransplantation

Beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) 2020 stand vieles im Zeichen der Organtransplantation. Die Fachgesellschaft präsentierte hier ihre neue Organspende-Kampagne, deren provokantes Motiv Aufmerksamkeit für das Thema Organspende wecken soll. Zahlreiche Wissenschaftler wurden außerdem für ihre Arbeiten im Bereich der Transplantationsmedizin mit Preisen ausgezeichnet.

 

Fachgesellschaft Deutscher Herzchirurgen startet Organspende-Kampagne

Die DGTHG stellte auf ihrer Jahrestagung ihre neue Organspende-Kampagne vor. Nach der Entscheidung des Bundestags gegen eine Widerspruchslösung braucht es einen neuen Ansatz für eine bessere Aufklärung, in der Hoffnung, dass sich mehr Menschen mit der Organspende auseinandersetzen, so die DGHTG. „Wir haben unsere Organspende-Kampagne gestartet, weil wir vor allem die Zielgruppe der 20 bis 40jährigen sensibilisieren und ermutigen wollen, sich mit dem Thema auseinander zu setzen“, erklärt Herzchirurg Gummert. „Es ist wichtig, dass ein Umdenken erfolgt; wir den Tod als Teil des Lebens verstehen und gleichzeitig achtsam mit dem Thema, den Familien und der sicher ausgewöhnlichen Situation umgehen. Dazu gehören die professionelle Begleitung und der sensible Umgang mit der Thematik ebenso wie die lückenlose Aufklärung.“ (1)

Organspende-Kampagne mit dem Motiv des „Día de Muertos“,

Vor diesem Hintergrund startete die DGHTG ihre Organspende-Kampagne mit dem Motiv des „Día de Muertos“, dem Tag der Toten, welcher als Feier des Lebens und des Todes heute nicht nur im Ursprungsland Mexiko, sondern auch in ganz Lateinamerika gefeiert wird und in jüngster Zeit auch in Deutschland an Bedeutung gewinnt. Verstorbene Familienmitglieder werden gewürdigt, in Liebe und Respekt. Zu den typischen Feierlichkeiten gehören die bunten Calaveras (Schädel) und Calacas (Skelette), Sinnbild der engen Verbindung von Leben und Tod. Heutzutage sind die Feierlichkeiten zum Día de los Muertos eine Mischung aus prä-hispanischen, religiösen Riten und christlichen Festen. Das Brauchtum zum Tag der Toten wurde 2003 von der UNESCO zum Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit ernannt.

„Wir glauben, dass wir mit unserem Kampagnen-Motiv einen modernen, wenn auch progressiven und zugegebener Maßen auch provokanten Weg gehen“, erklärt Prof. Gummert. „Unsere Botschaft ist wichtig: Schenk Leben nach Deinem Leben. Wir sehen tagtäglich Menschen, die um ihr Leben kämpfen, zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Es ist nicht zu viel von uns als Gesellschaft verlangt, sich noch eingehender mit dieser komplexen Thematik zu befassen. Das wollen wir erreichen: Intensives Nachdenken. Und im besten Fall ein Umdenken.“

Forschungspreise auf dem Gebiet der Organtransplantation verliehen

Im Rahmen der Jahrestagung verlieh die DGHTG zahlreiche Forschungspreise an Ärzte und Wissenschaftler im Bereich der Transplantationsmedizin.

Präkonditionierung von Spenderorganen vor einer Herztransplantation: Dr. med. Sevil Korkmaz-Icöz, Stellvertretende Leiterin des Experimentellen Labors der Herzchirurgie am Universitätsklinikum Heidelberg, erhielt den mit 10.000 Euro dotierten wissenschaftlichen Forschungspreis für kardiovaskuläre Medizin. Sie wurde ausgezeichnet für ihre Arbeit zur Reduktion der Transplantatdysfunktion durch eine modifizierte Konservierung des Spenderorgans mit einer mit mesenchymalem Stammzellmedium versetzten Konservierungslösung. (2)

Xenotransplantation: Prof. Dr. Paolo Brenner von der Herzchirurgischen Klinik und Poliklinik, Universität München, wurde für seine Arbeit „Consistent success in life-supporting porcine cardiac xenotransplantation“ mit dem mit 7.500 Euro dotierten Ernst-Derra-Preis ausgezeichnet. Um terminal herzkranken Patienten, die häufig auf Grund des Spendermangels nicht die erforderliche Herztransplantation erhalten, eine mögliche Alternative zu bieten, gelang nach 25 Jahren Forschung der Münchner Arbeitsgruppe um Prof. Paolo Brenner und Prof. Bruno Reichart im erforderlichen präklinischen Modell, der sog. orthotopen Schwein-Pavian-Xenotransplantation, der entscheidende Durchbruch, indem ein konstantes, reproduzierbares Langzeitüberleben von sog. transgenen Schweineherzen mit einer neuen Immunsuppression der Empfänger auf der Basis einer CD40-Antikörper- Kostimulationsblockade erzielt werden konnte. (3) Transplant campus berichtete: Xenotransplantation: Schweineherzen bald für Menschen?

Organprotektion bei Lungentransplantation: Den mit 7.500 Euro dotierten Franz-Köhler-Preis erhielt Prof. Dr. Gregor Warnecke, Klinik für Herzchirurgie, Medizinische Hochschule Hannover, für seine Forschungen zu Konservierungstechniken im Rahmen der Lungentransplantation. (4) transplant campus berichtete: Maschinenperfusion bei Lungentransplantation

 

 

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