Autor: Redaktion transplant campus  - Datum: 08.09.2020

Herzunterstützungssysteme werden immer häufiger zur Dauerlösung

Für die meisten schwer herzkranken Patienten ist eine Herztransplantation die beste Lösung. Aufgrund des anhaltenden Mangels an Spenderherzen werden jedoch häufig Herzunterstützungssysteme eingsetzt. Diese werden immer öfter von der Übergangs- zur Dauerlösung.

Kunstherzen - von der Übergangslösung zur Dauerlösung

Jedes Jahr kommt es in Deutschland zu über 465.000 Klinikeinweisungen aufgrund einer Herzinsuffizienz . Bei hochgradiger Herzinsuffizienz bleibt oft als letzte Option die Herztransplantation. Doch schon heute setzen Chirurgen wegen des Organmangels mehr künstliche Herzen als Spenderherzen ein. Nahezu 1.000 schwer herzkranke Menschen werden in Deutschland pro Jahr mit Herzkammerunterstützungssystemen, kurz VADs (Ventricular Assist Devices), versorgt. Ursprünglich als Übergangslösung bis zur Transplantation gedacht, werden die Systeme immer häufiger zur Dauerlösung, wie die Deutsche Herzstifung mitteilt.

Der Grund ist ein extremer Mangel an Spenderorganen. „Wenn alle Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, ist die Herztransplantation bis heute die beste Therapie einer hochgradigen Herzschwäche“, betont Prof. Dr. med. Jan Gummert vom Vorstand der Deutschen Herzstiftung. „Aufgrund des gravierenden Mangels an Spenderorganen beträgt die durchschnittliche Wartezeit auf ein neues Herz jedoch viele Jahre“.

Verbesserte Lebensqualität beim Warten auf das Spenderherz

Seit der ersten Herztransplantation im Jahr 1967 hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung nach der Operation kontinuierlich verbessert. Doch aufgrund des Mangels an Spenderorganen erhalten nur wenige Patienten ein neues Herz: Im Jahr 2019 wurden in Deutschland nur 344 Herztransplantationen durchgeführt. Für sehr alte Menschen, Patienten mit weiteren schweren Erkrankungen oder mit einer geringeren Dringlichkeit müssen häufig andere Therapien gefunden werden. In diesen Fällen ist es das Ziel, mithilfe eines Herzunterstützungssystems eine möglichst hohe Lebenserwartung und Lebensqualität zu erreichen. Die Systeme haben jedoch auch Nachteile: Das Risiko, Infektionen, Blutungen oder Blutgerinnsel zu bekommen, steigen.

Herztransplantation bleibt oft die beste Lösung

Für die meisten schwer herzkranken Patienten wäre eine Herztransplantation die beste Lösung. Aktuell warten 9.500 Menschen in Deutschland auf ein neues Organ, davon warten rund 1.000 Menschen auf ein Spenderherz. Für sie wäre eine höhere Spendenbereitschaft in der Bevölkerung ein Segen. Vor diesem Hintergrund wirbt die Deutsche Herzstiftung in der Bevölkerung um eine höhere Organspendebereitschaft.

Literatur

    Fehlende Spenderherzen: Kunstherzen können unterstützen. Pressemitteilung der Deutschen Herzsstiftung vom 04.09.2020. https://www.herzstiftung.de/service-und-aktuelles/presse/pressemitteilungen/kunstherz 

    Autor: Redaktion transplant campus

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