Autor: Redaktion transplant campus  - Datum: 25.04.2022

Zweite Organspende-Kampagne der Fachgesellschaft Herzchirurgie

Die thoraxchirurgische Fachgesellschaft hat ihre zweite bundesweite Organspende-Kampagne „Lebensmotor“ gestartet. Als provokantes Motiv dient ein Motor in Herzform.

„Gebraucht, sehr gut erhalten, in liebevolle Hände abzugeben“ – unter diesem Motto startet die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG) vor kurzem ihre zweite bundesweite Kampagne für die Organspende. Das gewählte Motiv der Aktion: ein Motor in Herzform. „Unser Herz ist der leistungsstarke Lebensmotor, der pausenlos funktionieren und ununterbrochen schlagen muss“, so Prof. Böning, Präsident der DGTHG. „Auch ein Spenderherz muss unentwegt arbeiten und kann diese lebenswichtige Aufgabe länger als 20 Jahre bewältigen. Daher bleibt die Organspende der Goldstandard.“

Schwere erworbene Herzerkrankungen und angeborene Herzfehler können den „Lebensmotor“ so nachhaltig schädigen, dass eine Herztransplantation die einzige Überlebenschance für diese schwerst herzkranke Patientinnen und Patienten ist.

In Deutschland wurden im Jahr 2021 329 Herzen transplantiert; auf der Warteliste für die lebensrettende Herztransplantation standen im letzten Jahr 714 Menschen – mehr als doppelt so viele. Bedauerlicherweise ist die Organspende im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent gesunken. „Wir sehen daher den dringenden Bedarf, weiter aktiv Aufklärungsarbeit zu leisten und die Öffentlichkeit erneut für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren“, betont Prof. Böning.

Nicht nur Spenderherzen sind knapp, bundesweit warten seit dem 1. Januar 2022 rund 8.458 Menschen auf ein geeignetes Spenderorgan. „Die Lage in Deutschland bleibt somit weiter angespannt. Gemessen an der Gesamtbevölkerungszahl von ca. 83.155.00 Bürgerinnen und Bürger, ist die Anzahl der Organspenden verschwindend gering, obschon die Mehrheit einer Organspende positiv gegenübersteht. Eine Widerspruchslösung, wie sie bereits die europäischen Nachbarländer praktizieren, ist eine wünschenswerte Lösung. Diese wurde bedauerlicherweise zuletzt mit namentlicher Abstimmung im Deutschen Bundestag am 16. Januar 2020 mehrheitlich abgelehnt.“

Umso entschiedener engagiert sich die herzmedizinische Fachgesellschaft: Für die DGTHG ist es bereits die zweite deutschlandweite Kampagne. Im Jahr 2020 wurde die erste Aufklärungsmission zur Organspende gestartet. „Wir wollen konsequent und mit innovativen Kampagne-Motiven auf die Lage der betroffenen Kinder und Erwachsenen aufmerksam machen, die auf ihre zweite Lebenschance warten“, so Prof. Böning. „Tagtäglich sehen wir Überlebenskämpfe.“

Provokant und provokativ zeigt sich auch die zweite Kampagne, denn ein „Wachrütteln“ ist nach Meinung der DGTHG nötig, damit dieser Missstand in das Bewusstsein der Bevölkerung dringt. „Wir haben bewusst das Motiv einer Anzeige gewählt, die gegenständlich den lebensrettenden Übergang eines funktionierenden „Motors“ auf einen neuen Besitzer vermitteln will“, erklärt Böning. „Nicht weniger ist gemeint; Organspender schenken Leben nach ihrem Leben, und geben daher einem anderen Menschen eine zweite Chance. Bei der aktuellen Lage ist es nicht zu viel verlangt, sich dezidiert mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen. Es kann jede und jeden treffen….“

Autor: Redaktion transplant campus

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Literatur:

    Fachgesellschaft Herzchirurgie startet zweite Organspende-Kampagne. Pressemitteilung der DGTHG

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