Autor: Redaktion transplant campus  - Datum: 10.12.2020

Xenotransplantation: Forschungsprogramm wird weiter gefördert

Der Sonderforschungsbereich SFB/Transregio 127 wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft für weitere vier Jahre gefördert. Schwerpunkt des Forschungsprogramms ist die Xenotransplantation, also die Übertragung von lebens- und funktionstüchtigen Zellen oder Zellverbänden einschließlich ganzer Organe oder Körperteile zwischen verschiedenen Spezies.

Die beteiligten Wissenschaftler arbeiten an der Technischen Universität Dresden, der Ludwig-Maximilians-Universität München, der TU München und der Medizinischen Hochschule Hannover sowie an vier weiteren Forschungsinstituten. Gemeinsam suchen die Wissenschaftler nach Wegen, Gewebe und Organe so zu transplantieren, dass Patienten mit Herz- oder Diabesteserkrankungen dauerhaft geholfen werden kann.

Genetisch veränderte Schweinezellen und -organe

Viele Menschen warten vergeblich auf ein lebensrettendes Organ, weil das Angebot an Spenderorganen viel geringer ist, als die Zahl der potenziellen Empfänger. Die aktuelle Coronapandemie verschärft diese Situation zusätzlich. Genetisch veränderte Schweineorgane und Zellen von Schweinen könnten hier eine mögliche und gute Alternative sein, erklärt Prof. Stefan Bornstein, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und zugleich Standortsprecher des SFB/Transregio 127. Dieser Sonderforschungsbereich sucht unter dem Projektnamen „Biologie der Xenogenen Zell-, Gewebe- und Organtransplantation von der Grundlagenforschung zur klinischen Anwendung“ nach Transplantationswegen von Tiergeweben und Tierorganen.

Xenotransplantation bei Herzerkrankungen und Typ-1-Diabetes

Spenderorgane sind knapp, unter anderem für Patienten mit Herzerkrankungen und Patienten mit einem Typ-1-Diabetes mellitus mit schwerem Krankheitsverlauf. Bei letzterem Krankheitsbild kommt eine Inselzelltransplantation in Betracht. Dabei werden Insulin-produzierende Zellen aus einem Spender-Pankreas  entnommen, aufwändig aufbereitet und anschließend dem Empfänger in die Leber gespritzt.

„Darum suchen wir neue Wege, um künftig mehr Menschen helfen zu können“, so Bornstein. Ein möglicher Ausweg sind xenogene Transplantationen oder Xenotransplantationen. Bei dieser Form der Transplantation gehören die Gewebe- oder Organ-Spender einer anderen Spezies an als die Empfänger. So könnten künftig aufbereitete Inselzellen aus der Bauchspeicheldrüse von Schweinen diese Funktion in dem menschlichen Organ übernehmen und die Therapiemöglichkeiten für die Patienten vom Aufkommen an Spenderorganen entkoppeln.

Die neuerliche Förderung für das Projekt, das bereits vor acht Jahren begonnen hat, unterstützt die Forschung für weitere 4 Jahre mit mehr als 15 Millionen Euro. “Mit diesem Verbund ist Deutschland weltweit an vorderster Front, das Gebiet der Transplantationsmedizin entscheidend zum Wohl der Patienten voranzutreiben”, erklärt der Dekan der Medizinischen Fakultät der TU Dresden, Prof. Heinz Reichmann.

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Weitere Informationen zu SFB/Transregio 12:

Biology of xenogeneic cell and organ transplantation - from bench to bedside

Literatur:

Wie genetisch veränderte Schweinezellen das Leben von Diabetikern und Herzpatienten retten können. Pressemeldung der Technischen Universität Dresdenvom vom 04.12.2020

Autor: Redaktion transplant campus

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