Autor: Redaktion transplant campus  - Datum: 08.02.2022

Update: Patient einen Monat nach Xenotransplantation eines Schweineherzens wohlauf

Auch vier Wocchen nachdem einem Mann in den USA das Herz eines genmodifizierten Schweines transplantiert wurde, geht es dem Patienten gut.

Im Januar 2022 wurde weltweit zum ersten Mal einem 57jährigem Patienten an der medizinischen Fakultät Maryland in Baltimore ein genmodifiziertes Schweineherz eingepflanzt. (1) transplant campus berichtete: Erste Xenotransplantation eines Schweineherzens in einen Menschen. Mittlerweile ist ein Monat seit der Xenotransplantation vergangen und bisher zeigt der Patient nach Angaben des University of Maryland Medical Center einen guten Verlauf, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet. Er sei wach und ansprechbar und ohne Anzeichen für eine Tranplantatabstoßung.

Die lange Überlebenszeit von einem Monat wird als Riesenerfolg für die Xenotransplantation gewertert. Doch die OP ist wissenschaftliches Neuland. Es besteht weiterhin das Risiko, dass sich die Situation noch verschlechtert. Insbesondere die Gefahr, dass sich im weiteren Verlauf eine Abstoßungsreaktion entwickelt, ist gefürchtet - eine lebensbedrohliche Komplikation für den Patienten, der deshalb in der Klinik Tag und Nacht überwacht wird.

Nach Angaben der Klinik war die Xenotransplantation die einzige derzeit verfügbare Überlebensmöglichkeit für den Patienten. Wie lange er mit seinem neuen Herzen leben wird, ist noch nicht abzusehen. Man sollte jedoch nicht erwarten, dass er jemals wieder eine normalen Alltag erleben kann. Derzeit wird er nach Angaben seiner Ärzte physiotherapeutsich behandelt, um zumindest wieder auf die Beine zu kommen. Noch ist ans Gehen aber nicht zu denken.

Der Mann hatte das Organ eines genetisch modifizierten Spendertieres erhalten. Bei dem Spenderschwein waren zehn Gene verändert worden waren u. a. mit dem Ziel, die verschiedenen Abstoßungsmechanismen des menschlichen Körpers zu umgehen und zu verhindern, dass das Herz nach der Transplantation weiter wächst. Darüber hinaus erhält der Patient ein experimentelles Immunsuppressivum.

Die Wissenschaft setzt große Hoffnungen in die Xenotransplantation. Vor dem Hintergrund des Mangels an Spenderorganen könnte dieses Verfahren für Tausende von Mensche, die auf ein Spenderorgan warten, lebensrettend sein. Die Grundlagen für die klinische Xenotransplantation werden derzeit auch hierzulande untersucht und geschaffen. Prof. Dr. Eckhard Wolf vom Genzentrum der LMU München berichtet in einem Interview auf transplant campus über die enormen Entwicklungen in der Xenotransplantation von Schweineherzen in Deutschland: Fortschritte in der Xenotransplantation. Noch jedoch ist unklar, wann es zu einer ersten xenogenen Transplantation kommen wird. 

 

 

Literatur:

  1. University of Maryland School of Medicine Faculty Scientists and Clinicians Perform Historic First Successful Transplant of Porcine Heart into Adult Human with End-Stage Heart Disease.

    Autor: Redaktion transplant campus

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