Autor: Redaktion transplant campus  - Datum: 06.10.2021

STIKO und EMA empfehlen 3. COVID-19-Impfung bei Organtransplantierten

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat Empfehlungen zur 3. COVID-19-Impfung bei Immundefizienz ausgesprochen. Patienten nach Organtransplantation kann eine zusätzliche Impfstoffdosis als Optimierung der primären Impfserie bereits 4 Wochen nach der Grundimmunisierung angeboten werden.

Drittimpfung bei Immundefizienz allgemein empfohlen

Zahlreiche Studien belegen, dass Patienten mit Immundefizienz oftmals schlechter auf die COVID-19-Impfung ansprechen. Dabei haben sie ein höheres Risiko für einen schwereren COVID-19-Krankheitsverlauf und Tod als Immunkompetente. Personen mit Immundefizienz ab einem Alter von 12 Jahren soll daher etwa 6 Monate nach einer COVID-19-Grundimmunisierung eine zusätzliche Impfstoffdosis eines mRNA-Impfstoffs angeboten werden. Diese Empfehlung gab die STIKO im kürzlich erschienenen Epidemiologischen Bulletin 39/2021. Bei den meisten Patienten ist diese zusätzliche Impfstoffdosis als Auffrischimpfung („Booster“) zu verstehen. (1, 2)

Zusätzliche Impfung bei organtransplantierten Patienten schon nach 4 Wochen möglich

Bei einer kleinen Gruppe schwer immundefizienter Personen mit einer erwartbar stark verminderten Impfantwort, wie z. B. bei Patienten nach Organtransplantation unter immunsuppressiver Therapie, kann diese zusätzliche Impfstoffdosis als Optimierung der primären Impfserie bereits 4 Wochen nach dieser Grundimmunisierung angeboten werden. Über eine Auffrischimpfung nach weiteren 6 Monaten muss im Einzelfall entschieden werden.

Serologische Antikörpertestung bei Transplantationspatienten

Eine generelle Überprüfung der Antikörperantwort nach einer Impfung ist nach Ansicht der STIKO nicht bei allen Patienten mit Immundefizienz notwendig. Die STIKO empfiehlt eine Laboruntersuchung auf Antikörper gegen  das  SARS-CoV-2-Spike-Protein jedoch für schwer immundefiziente Personen mit einer erwartbar stark verminderten Impfantwort, darunter Patienten nach Transplantation eines soliden Organs. 

Da bei einigen Patienten mit schwerer Immundefizienz unter Umständen auch nach zusätzlichen Impfstoffdosen kein Immunschutz aufgebaut wird, ist für diese Personengruppe die weitere Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln besonders wichtig. Ebenso sollten alle Kontaktpersonen von solchen schwer immundefizienten PatientInnen geimpft sein.

Die detaillierten STIKO-Empfehlungen finden Sie hier: STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung  bei Personen mit Immundefizienz

EMA empfiehlt ebenfalls eine Auffrischungsimpfung bei Transplantationspatienten

Auch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) gab vor Kurzem grünes Licht und empfahl Menschen ab 18 Jahren mit stark geschwächtem Immunsystem eine Auffrischungsimpfung mit einem mRNA-Impfstoff. In Studien habe sich gezeigt, dass eine dritte Dosis dieser Impfstoffe bei organtransplantierten Patienten, die Fähigkeit zur Bildung von Antikörpern verstärkt. Die Booster-Impfung sollte laut EMA frühestens 28 Tage nach der zweiten Corona-Impfung erfolgen. (3)

Literatur:

  1. Pressemitteilung der STIKO zu Immundefizienz und Koadministration vom 24.09.2021
  2. Ständige Impfkommission: Beschluss der STIKO zur 11. Aktualisierung der COVID-19-ImpfempfehlungEpid Bull 2021;39:3 -10
  3. Comirnaty and Spikevax: EMA recommendations on extra doses and boosters. Pressemitteilung vom 04.10.2021

     

     

    Autor: Redaktion transplant campus

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