Autor: Redaktion transplant campus  - Datum: 13.09.2022

Lesetipp: Richtlinie zur Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls fortgeschrieben

Die Fünfte Fortschreibung der Richtlinie zur Feststellung des endgültigen, nicht behebbaren Ausfalls der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms wurde vor kurzem verabschiedet.

Fortgeschriebene Richtlinie zur Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls

Der Vorstand der Bundesärztekammer hat auf Empfehlung des Wissenschaftlichen Beirats die fünfte Fortschreibung der Richtlinie zur Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls (IHA) beschlossen. (1) Die IHA wurde bis 2015 auch als Hirntod bezeichnet. Das Bundesministerium für Gesundheit hat bereits seine Genehmigung gemäß § 16 Abs. 3 des Transplantationsgesetzes (TPG) erteilt. Die Richtlinie entspricht damit dem Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft vom März 2022.

Die Richtlinie ist abrufbar auf der Internetseite der Bundesärztekammer: https://baek.de/iha

Aktualisierungsbedarf unter anderem zu Patienten unter ECMO und ECLS

In einem ausführlichen Begleitartikel im Deutschen Ärzteblatt werden die wichtigsten Änderungen beschrieben. (2) Grundsätzlich seien die Grundlagen der Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls – d. h. die Feststellung der Bewusstlosigkeit (Koma), der Hirnstamm-Areflexie und des Atemstillstandes sowie deren Irreversibilität – seit Jahrzehnten unverändert. Dennoch sei an einigen Details zu beobachten, wie die Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft stetig fortschreiten und in die Richtlinie eingeflossen seien – dabei haben bei der Fünften Fortschreibung der Richtlinie unter anderem auch die Erkenntnisse, die während SARS-CoV-2-Pandemie mit ihren diversen neuen Herausforderungen gewonnen wurden, eine Rolle gespielt.

Ein Aktualisierungsbedarf hatte sich insbesondere bei der Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls bei Patientinnen und Patienten mit extrakorporaler Membranoxygenierung (venovenöse oder venoarterielle ECMO) und/oder extrakorporalen Unterstützungssystemen (ECLS) gezeigt sowie bei den Anforderungen an die ärztliche Qualifikation und die Verwendung digitaler EEG-Geräte. Außerdem enthalte die aktuelle Fortschreibung der Richtlinie mehrere Änderungen im Bereich der Pädiatrie sowie redaktionell angepasste Protokollbögen, die damit übersichtlicher und logischer gestaltet wurden.

Weitere Informationen

Hintergrundinformationen und eine genauere Beschreibung der Änderungen und Neuerungen finden Sie in dem Begleitartikel im Deutschen Ärzteblatt: Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls: Ergänzungen und Neuerungen durch fortgeschriebene Richtlinie

Autor: Redaktion transplant campus

Autor: Redaktion transplant campus

Literatur:

    1. Beschluss der Bundesärztekammer über die Richtlinie gemäß § 16 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 TPG für die Regeln zur Feststellung des Todes nach § 3 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 TPG und die Verfahrensregeln zur Feststellung des endgültigen, nicht behebbaren Ausfalls der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms nach § 3 Abs. 2 Nr. 2 TPG, Fünfte Fortschreibung. Dtsch Arztebl 2022; 119(35-36): A-1487 / B-1243
    2. Richter-Kuhlmann E. Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls: Ergänzungen und Neuerungen durch fortgeschriebene Richtlinie. Dtsch Arztebl 2022; 119(35-36): A-1459 / B-1219

     

     

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