Autor: Redaktion transplant campus - Datum: 19.12.2019

Lesetipp: Permanent implantierbare Herzunterstützungssysteme

Bei terminaler Herzinsuffizienz stellen permanent implantierbare ventrikuläre Herzunterstützungssysteme (VAD, ventricular assist devices) eine wichtige und etablierte Therapie dar und bilden eine Behandlungsalternative oder Überbrückung zur Herztransplantation. Ein Autorenteam um Prof. Dr. Jan Gummert gibt im Deutschen Ärzteblatt in einer Übersichtsarbeit einen Überblick über die aktuelle Versorgungssituation mit VAD.

Versorgungsrealität mit permanent implantierbaren Herzunterstützungssystemen

In Deutschland werden pro Jahr rund 1.000 VAD bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz implantiert. VAD sind miniaturisierte Zentrifugalpumpen, die einen permanenten Blutfluss erzeugen. Selten und vor allem bei Kindern werden parakorporale Systeme eingesetzt. Unter Berücksichtigung aktueller Leitlinien, Registerdaten und klinischer Studien geben Gummert et al. eine Übersicht der gegenwärtigen Versorgungsrealität mit permanent implantierbaren mechanischen Kreislaufunterstützungssystemen. Sie berichten über die derzeit eingesetzten Systeme und gehen auf Indikationen, Therapieeffekte und Komplikationen ein. (1)

Hier gelangen Sie direkt zur Übersichtsarbeit: Permanent implantierbare Unterstützungssysteme (1)

Multidisziplinärer Ansatz vor und nach der Implantation nötig

Der optimale Zeitpunkt zur VAD-Implantation ist nicht eindeutig anhand von klinischen Parametern zu definieren, so das Autorenteam. Eine vergleichende Beurteilung der Systeme ist kaum möglich, weil hierzu keine randomisierten Studien vorliegen. (1)

Die permanente mechanische Kreislaufunterstützungstherapie benötigt einen multidisziplinären Ansatz, vorzugsweise an einem erfahrenen Zentrum mit aktivem Herztransplantationsprogramm, nicht nur zur Therapieentscheidung und -planung, sondern auch in der zumeist lebenslangen Nachbetreuung. Bei der Entscheidung über die VAD-Implantation sollten der natürliche Verlauf der Herzinsuffizienz, die zu erwartende Verbesserung der Lebensqualität und Belastbarkeit, die Überlebenswahrscheinlichkeit und das Auftreten von Systemassoziierten Komplikationen berücksichtigt werden. (1)

Mehr Belastbarkeit und Lebensqualität bei VAD-Therapie

Die Untersuchung zeigt, dass sich bei Patienten mit Herzinsuffizienz nach der Implantation von VAD-Systemen die Belastbarkeit und Lebensqualität deutlich verbessert. Laut Registerdaten liegt das Ein-Jahres-Überleben nach VAD-Implantation bei 69–81% und damit deutlich über dem natürlichen Verlauf der schweren Herzinsuffizienz. Die Implantation geht – je nach System – nach sechs Monaten mit einer Verbesserung der Laufstrecke von 129–220 m einher. Auch der mit dem Fragebogen EQ-5D bewertete Gesundheitsstatus steigt nach sechs Monaten um 28–37 Punkte an. Mögliche schwere Komplikationen einer VAD-Implantation sind Infektionen, Rechtsherzversagen, Blutung, Pumpenthrombose, Schlaganfall oder Tod. (1)

VAD als Alternative oder Überbrückung zur Herztransplantation

Die Implantation eines VAD-Systems kann als Alternative zur Herztransplantation oder zur Überbrückung bis zur Listung und Herztransplantation (Bridge-to-transplant) erfolgen. Der Organmangel in Deutschland führt dazu, dass nur noch eine Minderheit der VAD-Patienten transplantiert wird. (1)

Literatur

  1. Gummert JF, Haverich A, Schmitto JD, Potapov E, Schramm R, Falk V. Permanent implantable cardiac support systems. Dtsch Arztebl Int 2019; 116:843–8. DOI: 10.3238/arztebl.2019.0843

          Autor: Redaktion transplant campus

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