Autor: Redaktion transplant campus  - Datum: 14.01.2021

Zahl der Organspender in 2020 in Deutschland trotz SARS-CoV-2-Pandemie stabil

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) hat die vorläufigen Organspende-Zahlen für das Jahr 2020 vorgestellt. Trotz der Coronakrise ist die Zahl der Organspender im letzten Jahr stabil geblieben.

Organspendezahl auf Vorjahres-Niveau

Im Jahr 2020 spendeten in Deutschland 913 Menschen nach dem Tod ein oder mehrere Organe. Dies entspricht 11,0 Spendern pro eine Million Einwohner, meldet die DSO. Damit liegen die Organspendezahlen trotz des von der SARS-CoV-2-Pandemie geprägten Jahres ungefähr auf dem Niveau des Vorjahrs 2019: Hier gab es 932 Organspender (11,2 Spender pro Million Einwohner).

Im zurückliegenden Jahr konnten 2.941 in Deutschland postmortal entnommene Organe durch Eurotransplant (ET) an Patienten auf den Wartelisten zugewiesen werden - dies bedeutet nur einen leichten Rückgang gegenüber 2019 (2995 Organe). Dazu zählten 1.447 Nieren, 746 Lebern, 342 Lungen, 320 Herzen, 79 Bauchspeicheldrüsen sowie 7 Därme. Jeder der 913 Spender hat somit durchschnittlich mehr als drei schwerkranken Patienten die Chance auf ein neues Leben ermöglicht.

Stabilität trotz COVID-19

Ab Ende Februar 2020 breitete sich auch in Deutschland die SARS-CoV-2-Pandemie aus. Bis dahin verzeichneten die Organspendezahlen eine deutliche Zunahme, die aber im Verlauf des Jahres nicht anhielt. Dass Organspende und Transplantation in Deutschland jedoch insgesamt ohne die teils großen Einbrüche wie in anderen europäischen Ländern fortgeführt werden konnten, hatte laut DSO mehrere Gründe. Zum einen wurde dank des andauernden Engagements in den Kliniken trotz der Coronakrise weiterhin an die Organspende gedacht. Zum anderen wurden frühzeitig mit allen beteiligten Institutionen Regelungen getroffen, um auch während der Pandemie die Sicherheit für die Empfänger im Organspendeprozess zu gewährleisten.

Gesetzliche Maßnahmen als Wegbereiter für mehr Organspenden

Auch das im April 2019 in Kraft getretene Gesetz zur Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende hat vermutlich dazu beigetragen, dass die Organspendezahlen im vergangenen Jahr insgesamt stabil blieben. Die beschlossenen Maßnahmen bewirken, dass sich in den Kliniken die Voraussetzungen für das Erkennen und Melden möglicher Organspender verbessern.

Das Engagement der Entnahmekrankenhäuser lässt sich auch an der Zahl der organspendebezogenen Kontakte ablesen – also der Fälle, in denen sie sich an die DSO gewendet haben, um über eine mögliche Organspende zu sprechen. Diese Kontakte haben 2020 im Vergleich zu 2019 um 2,5 Prozent weiter zugenommen und lagen bei 3.099 (2019: 3.023). „Das ist ein wichtiges Zeichen“, erklärt Dr. med. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der DSO. „Es zeigt, dass es für Ärzte und Pflegende auf den Intensivstationen zunehmend selbstverständlich ist, am Lebensende von Patienten mit schwerer Hirnschädigung auch nach der Einstellung zur Organspende zu fragen, selbst in der Phase der Pandemie.“

Was hat sich seit dem Inkrafttreten der Gesetzreform zur Organspende getan und von welchen Erfahrungen können die Transplantationsbeauftragten berichten? Darüber wurde auf dem virtuellen Kongress der DSO intensiv diskutiert. Mehr dazu lesen Sie hier: Jahrestagung der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) 2020

Literatur:

Quelle: Zahl der Organspender in 2020 trotz Coronavirus-Pandemie in Deutschland stabil, Pressemeldung der DSO vom 14.01.2021

Autor: Redaktion transplant campus

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