Autor: Redaktion transplant campus - Datum: 16.07.2020

Impfung bei Organtransplantierten: STIKO-Anwendungshinweise veröffentlicht

Bei organtransplantierten Patienten ist ein umfassender Impfschutz wichtig. In diesem Zusammenhang hat nun die Ständige Impfkommission Anwendungshinweise zum Impfen bei Organtransplantation veröffentlicht.

Auf Initiative der Ständigen Impfkommission (STIKO) erarbeitet eine Expertengruppe aus Mitgliedern der zuständigen Fachgesellschaften sowie Mitarbeitern des Robert Koch-Instituts und der STIKO selbst seit einiger Zeit Anwendungshinweise für das Impfen bei Immundefizienz. transplant campus berichtete: Impfung bei Immunsuppression: STIKO-Anwendungshinweise sollen Klarheit schaffen

Neben einem allgemeinen Grundlagenpapier wurden mittlerweile weitere Schwerpunktpapiere publiziert, die detailliert auf Impfungen bei definierten Patientengruppen eingehen. Seit kurzem sind auch die Anwendungshinweise zum Impfen bei hämatologischen und onkologischen Erkrankungen, Organtransplantation und Asplenie veröffentlicht. Diese Anwendungshinweise stellen keine STIKO-Empfehlungen dar, sondern sollen Ärzten als Hilfestellung bei der Impfung der betroffenen Patienten dienen. (1)

Organtransplantierte Patienten sind durch impfpräventable Erkrankungen in mehrfacher Hinsicht gefährdet, z. B. durch die erhöhte Infektionsgefahr aufgrund der Immunsuppression und durch ein erhöhtes Malignomrisiko durch Infektionen mit onkogenen Viren wie HPV. Außerdem können Abstoßungsreaktionen und Transplantatversagen durch impfpräventable Infektionen getriggert werden. Im Gegensatz dazu gibt es keine Berichte über Abstoßungsreaktionen oder die Bildung von Alloantikörpern, die durch Impfungen ausgelöst werden. Die Impfantwort vor und nach Organtransplantation ist oft niedriger als bei Gesunden und hält nach der Transplantation kürzer an. Trotz dieser Einschränkungen weisen verschiedene Studien auf mögliche positive Effekte von Impfungen bei Organtransplantierten hin. Ein vollständiger Impfstatus bei organtransplantierten Patienten ist daher elementar.

Vor diesem Hintergrund ist in dem aktuellen Papier ein ausführliches Kapitel dem Impfen von Patienten vor und nach Organtransplantation gewidmet. Der Abschnitt informiert zu folgenden Aspekten bei der Impfung organtransplantierter Patienten:

  • Optimaler Zeitpunkt der Impfung
  • Wie ist die Datenlage zu Wirksamkeit und Sicherheit von Lebendimpfstoffen?
  • Einfluss von Impfungen auf die Organabstoßung
  • Standardimpfungen und spezielle Indikationsimpfungen für chronisch Kranke
  • Ausführliche Hinweise zu einzelnen Totimpfstoffen (Hepatitis B und A, Pneumokokken, Meningokokken, Influenza, HPV, FSME, Herpes zoster)
  • Hinweise zu einzelnen Lebendimpfstoffen (Masern/Mumps/Röteln, Varizellen)
  • Impfung von Kontaktpersonen, Postexpositionsprophylaxe

Das Schwerpunktpapier kann auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts kostenlos heruntergeladen werden: Impfen bei Immundefizienz - Anwendungshinweise zu den von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen. (III) Impfen bei hämatologischen und onkologischen Erkrankungen (antineoplastische Therapie, Stammzelltransplantation), Organtransplantation und Asplenie

Literatur

    1. Laws HJ et al. Impfen bei Immundefizienz - Anwendungshinweise zu den von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen. (III) Impfen bei hämatologischen und onkologischen Erkrankungen (antineoplastische Therapie, Stammzelltransplantation), Organtransplantation und Asplenie. Bundesgesundheitsbl 2020; 63:588–644.

        Autor: Redaktion transplant campus

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