Autor: Redaktion transplant campus  - Datum: 01.06.2021

Entscheidung zur Organspende wird immer häufiger dokumentiert

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) veröffentlicht zum Tag der Organspende den Studienbericht „Einstellung, Wissen und Verhalten der Allgemeinbevölkerung zur Organ- und Gewebespende in Deutschland 2020“. Dieser zeigt: Immer mehr Menschen dokumentieren ihre Entscheidung zur Organ- und Gewebespende. 

Fast die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger hat ihre Entscheidung festgehalten

Unter dem Motto „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig.“ setzt der bundesweite Tag der Organspende am 5. Juni ein Zeichen für die Wichtigkeit der persönlichen Entscheidung zur Organspende. Er findet jährlich am ersten Samstag im Juni und in diesem Jahr als digitale Veranstaltung statt. Zu diesem Anlass veröffentlicht die BZgA den vollständigen Studienbericht „Einstellung, Wissen und Verhalten der Allgemeinbevölkerung zur Organ- und Gewebespende in Deutschland 2020“.

Für die BZgA-Repräsentativbefragung wurden von April 2020 bis Mai 2020 bundesweit 4.001 Bürgerinnen und Bürger im Alter von 14 bis 75 Jahren befragt. Ein zentrales Studienergebnis ist, dass immer mehr Menschen ihre Entscheidung zur Organ- und Gewebespende dokumentieren. Mittlerweile haben 44 Prozent der Befragten ihre Entscheidung schriftlich festgehalten, sei es in einem Organspendeausweis und/oder in einer Patientenverfügung. Im Jahr 2012 waren es erst 26 Prozent.

„Immer mehr Menschen dokumentieren ihre Entscheidung zur Organ- und Gewebespende - diese positive Entwicklung begrüße ich sehr. Sie ist genau das Ziel unserer Aufklärungsarbeit. Deshalb ist es so wichtig, auch am Tag der Organspende die Menschen zu informieren und sie zu motivieren, mit ihren Angehörigen, Freunden und Bekannten das Thema zu besprechen und ihre Entscheidung schriftlich festzuhalten. Dies sollte am besten in einem Organspendeausweis oder in einer Patientenverfügung erfolgen und zukünftig auch im Online-Register, das im kommenden Jahr zur Verfügung stehen wird“, betont Prof. Dr. Martin Dietrich, Kommissarischer Direktor der BZgA.

Der BZgA-Forschungsbericht „Einstellung, Wissen und Verhalten der Allgemeinbevölkerung zur Organ- und Gewebespende 2020“ steht hier zum Download bereit.

Online-Register kommt im Frühjahr 2022

Im Januar 2020 wurde das „Gesetz zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende“ verabschiedet, das am 1. März 2022 in Kraft treten wird. Laut der Repräsentativbefragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wissen 50 Prozent der Befragten, dass diese Gesetzesänderung beschlossen wurde. Allerdings ist nur 35 Prozent der Befragten bekannt, dass dieses Gesetz unter anderem die Einrichtung eines bundesweiten Online-Registers zur Speicherung der persönlichen Entscheidung zur Organ- und Gewebespende beinhaltet.

Die BZgA passt ihre Aufklärungskampagne hinsichtlich der neuen gesetzlichen Regelungen an mit dem Ziel, Bürgerinnen und Bürger über die in 2022 in Kraft tretende Gesetzesgrundlage zu informieren und weiterhin die Zahl der dokumentierten Entscheidungen zu erhöhen. Dazu werden bestehende Maßnahmen erweitert und neue Konzepte zusätzlich entwickelt, unter anderem Informationen für die Hausärzteschaft, Pass- und Meldeämter und Erste-Hilfe-Schulungen. Ebenfalls werden die Online-Medien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Organ- und Gewebespende angepasst und durch weitere Informations- und Unterstützungsangebote für die Allgemeinbevölkerung sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ergänzt.

Zentrales Anliegen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist, mit ihren Aufklärungsmaßnahmen einen vereinfachten Zugang zum Thema und zu sämtlichen Formen der Dokumentation für die Entscheidung zur Organ- und Gewebespende zu schaffen.

Neue BZgA-Broschüre zum Thema Patientenverfügung und Organspende

Die Erstellung einer Patientenverfügung ist eine Möglichkeit, das Selbstbestimmungsrecht für das eigene Lebensende wahrzunehmen. Dazu kann auch der Wunsch einer Organspende nach dem Tod gehören. Mit der neuen Broschüre „Organspende in der Patientenverfügung – Wünsche eindeutig dokumentieren“ hat die BZgA in Zusammenarbeit mit der Bundesnotarkammer (BNotK) ein Informationsmaterial erstellt, das verständlich erläutert, wie widerspruchsfrei eine Entscheidung zu einer Organspende in einer Patientenverfügung formuliert werden kann.

Die Broschüre „Organspende in der Patientenverfügung – Wünsche eindeutig dokumentieren“ informiert darüber, was eine Patientenverfügung leisten kann, an wen sich eine Patientenverfügung richtet, wie sie aufbewahrt werden sollte oder wie sie im zentralen Vorsorgeregister hinterlegt werden kann.

Die Broschüre  kann kostenfrei bei der BZgA bestellt oder heruntergeladen werden.

Tag der Organspende am 5. Juni

Der Tag der Organspende ist im Zuge der Aufklärungsarbeit eine wichtige Gelegenheit, um mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Wie auch im Vorjahr findet die zentrale Veranstaltung aufgrund der Coronavirus-Pandemie ausschließlich online statt. Im Rahmen der Veranstaltung informieren in diesem Jahr Menschen, die ein Organ erhalten haben, medizinisches Personal und Angehörige von Organspenderinnen und Organspendern sowie Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Institutionen über das Thema.

Informationen zum Tag der Organspende: http://www.tagderorganspende.de

Literatur:

Tag der Organspende am 5. Juni 2021: BZgA-Studienbericht mit Ergebnissen der Repräsentativbefragung 2020, Pressemeldung der BZgA vom 31.05.2021

Neue Broschüre von BZgA und Bundesnotarkammer „Organspende in der Patientenverfügung – Wünsche eindeutig dokumentieren“, Pressemeldung der BZgA vom 27.04.2021

 

 

Autor: Redaktion transplant campus

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